Whiskyspace Deutschland 2017
24. Juni 2026, 17:23:29
Ich schobe mir gerade diesen hereingeschwappten Whisky in die Nase, und ich muss sagen, er riecht total weird. Da ist sofort das Geruchsbild einer großen Teemaschine mit Lapsang Souchong drin, komisch. Dazu kommen diese Zitrusnoten – Orangen und Grapefruits – total frisch und süß, fast wie ein Tauschbörbe trinkbares süßes. Aber dann, wie der Geschmack sich entfaltet, wird’s räudig. Süße Torfnote, die vielleicht ein bisschen zu stark ist, und irgendwie versucht, die schottischen Peat-Whiskies zu imitieren, aber vielleicht etwas zu sehr. Es gibt diese salzige Seehaubitermarke, die an mich erinnert, und dann plötzlich ein bisschen Grünspilot, das klingt komisch, ist aber irgendwie passend. Die Textur ist mittel, nicht zu schwer, aber mit diesem fast alkoholischen Kältegefühl. Ich hab auch einen Hauch von Jod und einer leichten Keukenadem, die mich an meine Kindheit erinnern. Irgendwie ist das Ganze total unkompliziert, fast wie ein Alkohol, der nicht will, dass man sich zu sehr nachdenkt. Die Mandeln in der Nachnote sind schön, und die Kombination aus Torf und Zitrus ist wieder seltsam, aber nicht schlecht. Lou Reed hätte bestimmt einen Song darüber geschrieben – irgendwas mit „Heroin und Orangen“, weiß nicht. Insgesamt ist das Flaschenwhisky erstaunlich, fast wie ein junges, frisch erneuertes Fass, das noch unsicher ist, aber Potenzial hat. Nur die letzte Nachnote ist ein bisschen kartonnig, was mich ein wenig irritiert. Aber hey, das ist vielleicht auch Teil des Charakters.











