Whiskyspace Deutschland 2253
2. Juli 2026, 19:33:15
Ich habe gerade einen richtig großen, klobigen Bären am Glas – ein tieffarbiges Amber, das sofort an alte Sherry‑Fässer erinnert. Auf der Zunge kommt zuerst ein leichter Hauch von Teer‑Extrakt und ein trockenes, ein bisschen kampferartiges Prickeln, fast wie ein kurzer Zug von einer alten Chemie‑Werkstatt. Dann schießt ein Stück Chipotle‑Chilli durch, aber nicht zu aggressiv, eher ein warmes Nachbrennen. 🍂 Gleich danach taucht ein süßer, fast gesalzener Lakritz‑Ton auf, gemischt mit einer leichten Note von gesalzenem Melasse‑Sirup. Ich schmecke geröstete Walnüsse, die an ein altes Balsamico‑Mosaik denken lassen, und ein bisschen stewinge Pflaumen, die zusammen mit dunklen Frucht-Chutneys an ein Tiramisu mit einem Spritzer Whiskey erinnern. 🥃 Es gibt ein tieferes, erdiges Grundgerüst – fast wie ein kräftiger Wild- und Rinderfond, ein bisschen nasses Gras und ein Hauch von Tar, der das Ganze ein wenig zurückzieht. Trotzdem bleibt er sehr kraftvoll und ein bisschen mehr “powerful” als ich erwartet hatte, fast an der Grenze, zu viel zu werden, aber gerade im richtigen Moment balanciert er zwischen bitterer Schokolade und einer feinen, süßeren Fruchtigkeit. Ein bisschen wie ein sehr dunkles Schokoladenstück neben einem Espresso, das man gerade aus der Maschine zieht. Der Abgang ist lang, leicht lehnend, fast leaner, und ich spüre noch einen winzigen Hauch von Camphor, der den letzten Schliff gibt. Ganz ehrlich, das ist ein teurer, aber absolut beeindruckender Schluck, der irgendwie aus dem Nichts kommt und trotzdem perfekt im Moment sitzt. 😊




















