JONNY
6. Juni 2026, 00:41:53
Eingegossen: Eine tiefe, dunkel bernsteinfarbene Flüssigkeit, fast schon schwarz. 😮 Die Nase: Gleich eine Wucht. Trocken wie alte Oloroso-Fässer, fast knochentrocken. Dann kommt Erde, Waldboden, und ein Hauch von Pilzen – nicht frisch, sondern getrocknet, wie in einer alten Vorratskammer. Dazu dieser Geruch von altem dunklen Tabak, irgendwo zwischen Gitanes und Gauloises, gemischt mit roher Kakaobohne und einer Prise gerösteter Esskastanien. Irgendwie urig und würdevoll. Im Mund: Überraschend cremig für so eine trockene Aromatik. Reichhaltig, fast ölig. Die Bitterorangen kommen hier durch, zusammen mit einer fast salzigen Würze – wie eine weniger salzige Version von Maggi, nur eben viel, viel edler. Walnussschalen, ganz alt und trocken. Irgendwo im Hintergrund dieses berühmte "Rancio", etwas Pilziges und diese geheimnisvolle Umami-Note, die mich an feine Sojasauce denken lässt. Es ist dunkel, im wahrsten Sinne des Wortes. Der Abgang: Endlos lang. Trocken, aschig, fast schon moosig. Die Bitterorangen bleiben, ebenso das Gefühl von altem Madeira-Holz. Es trocknet den Gaumen aus, aber auf eine sehr zivilisierte, fast höfliche Art und Weise. Man spürt es noch lange, Stunden später, wenn man an etwas anderes denkt. Ein Trinkerlebnis, das zum Nachdenken anregt. 🥃
















