
Axel
5. Juni 2026, 09:01:17
Die Farbe erinnert mich an kandierte Aprikosen, glänzend golden im Glas. 🍯
Die Nase... ganz schön komplex! Zuerst pflückt man fast reifer Erdbeeren und bittere Orangen, dazwischen kräuselt sich etwas Wacholder und ein Hauch von frisch gemahlenen Gewürzen. Dann wird es cremiger, fast wie Orange Cake, mit ein wenig Walnuss und Zimt. Hm, und ganz hinten, eigentlich unaufdringlich, eine ganz leise Note, die mich an nasses Schafswolle oder Streichhölzer erinnert – aber nicht störend.
Das Mundegefühl ist wirklich überraschend ölig und rund. Die Früchte sind da, die intensiven Orangen kommen durch, aber es bleibt trotzdem dezent. Dann kommen die Tannine und eine würzige Eiche durch, etwas Paprika, etwas Muskatnuss. Es bleibt nicht am Gaumen kleben, sondern zieht langsam, durchdringend und würzig ab. Das Ganze schmeckt definitiv würziger als ein Shiraz.
Im Nachklang kommt etwas Nelke, Kümmel, ein ganz zarter Ingber-Pfiff und... mhh, etwas, das mich an die Milchpulver-Note in Babynahrung erinnert, nur erwachsener und dunkler. Sehr charaktervoll. 🔥
Alles in allem ein bodenständiger, vielschichtiger Genuss, der seinen Alkohol gut kaschiert und viel Raum für Assoziationen lässt. Perfekt für einen langen, stillen Abend.