Die Glenugie Distillery, 1831 im Zuge der großen schottischen Whisky-Expansion gegründet, gilt als eine der geographisch ungewöhnlichsten stillgelegten Brennereien des Eastern Highlands. In Peterhead, Aberdeenshire, am Ufer des Ugie River nahe der Nordseeküste gelegen, war sie die östlichste Festland-Brennerei Schottlands und die nördlichste per britischer Eisenbahn erreichbare Destillerie. Über 150 Jahre produzierte Glenugie einen unverwechselbaren, maritim geprägten Highland Single Malt unter Verwendung traditioneller Kupferbrennblasen und reinem Quellwasser aus dem lokalen Grundwasserleiter. Die Brennerei fiel 1983 der Branchenkonsolidierung zum Opfer und schloss während der „Whisky Loch“-Krise. Heute ist Glenugie ein rares Sammlerstück; verbliebene Fässer werden exklusiv durch unabhängige Abfüller wie Gordon & MacPhail, Signatory Vintage und Cadenhead's auf den Markt gebracht. Der Whisky zeichnet sich durch ein ungewöhnliches küstennahes Highland-Profil aus: ausgeprägte Tropenfruchtnoten (Mango, Ananas), honigsüße Nuancen und subtile salzige Untertöne, die die Nähe zur Nordsee widerspiegeln. Die Reifung erfolgte hauptsächlich in Ex-Bourbon- und Sherry-Fässern. Die Flaschen sind extrem limitiert und auf dem Sekundärmarkt bei Kennern der schottischen „Silent Distilleries“ sehr begehrt und erzielen Premiumpreise.
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