Bludbuddy_png
27. Mai 2026, 03:31:22
Dieser Whisky ist wirklich... anders. Beim ersten Riechen kommt mir sofort "Raw ultra-young Bowmore" in den Sinn – sehr roh, fast brachial, und ganz hinten ein Hauch von feuchter Wolle (wet wool). Das ist nicht mein normaler Stil, aber verdammt, es packt einen! Im Glas sieht er aus wie ein sehr blasses Weißwein. Der Geruch ist anfangs etwas feinty und so... "little newmaky und raw". Aber dann, wenn man sich darauf einlässt, tauchen da interessante Noten auf: so ein Bäckerhefe-Feeling (baker’s yeast) und tatsächlich etwas, das an Weißbrot erinnert. Leicht bittere Tee-Noten (bitter tea) sind auch da. Am Gaumen ist er ziemlich brutal für ein junges Ding (brutal youngster), extrem punchy. "Pear drops" sind kaum zu schmecken, die Fruchtigkeit ist fast komplett aus dem Fass gefiltert worden (the cask had done nothing but filtering out the fruitiness). Stattdessen dominiert eher das Rohe, ein ganz leicht bitterlicher (bitterish) Unterton, und sonderbarerweise eine salzige Seewasser-Note. Der Abgang (long) ist lang, das muss man lassen. Aber er ist rauh (rough), wie ein roher Pflaumenschnaps (Raw plum spirit), der einem ordentlich die Kehle runtergeht. Ein kleines bisschen Zitrone (a little lemon too) ist wohl noch drin. Im Ganzen eine "exception in my book" und auf jeden Fall "very unusual". Die Hefe- und Brot-Noten (bread, white bread, more leaven) machen ihn interessant, fast wie auf Apfelbrand (on applejack) gegründet. Nicht wirklich peatig (not very peaty), eher so ein... ruppiger, aber irgendwie faszinierender Charakter. Die Ausnahme, die die Regel bestätigt, würde ich sagen (The exception that proves the rule). Muss man mögen, aber "better I have to say" für eine ganz neue Erfahrung! 😉







